Ein Anschlusskredit ist eine Kreditform, die wie das Wort schon aussagt, an einen bestehenden Kredit anschließt. Dabei kann es sich aber auch um einen eigentlich beendeten Kredit (Darlehen) handeln, an welcher ein neuer Kredit angeschlossen werden soll.
Unter dem Begriff Anschlussfinanzierung versteht man im Kreditwesen die Option, bei Auslaufen eines befristeten Kreditvertrages, der bei Vertragsende noch nicht in vollem Umfang getilgt wurde, auf eine fortlaufende Finanzierung durch einen Anschlusskredit zurückzugreifen.
Eine Anschlussfinanzierung wird im Bereich der Konsumentenkredite vor allem in Fällen, bei denen es während des Erstvertrages nicht gelang, durch die Tilgung der Kreditsumme den gesamten Kreditbetrag zu tilgen. Dadurch wird zum Ende des Kreditzeitraumes immer noch eine größere Summe an den Gläubiger zu entrichten sein, was wiederum einen Anschlusskredit notwendig macht.
In der Alltagspraxis ist die bekannteste Form des Anschlusskredits (Anschlussfinanzierung) im Bereich der Baufinanzierung zu finden. Dort werden meist größere Kreditsummen benötigt, die dann zwar planerisch über 20 und mehr Jahre abbezahlt werden, dieser Zeitraum jedoch in Kreditzeiträume zwischen 5, 10 oder 15 Jahren, aufgeteilt werden. Nach jedem der beendeten Kreditzeiträume ist ein weiterer Anschlusskredit nötig, bis am Ende der Gesamtkredit getilgt ist.
In Abhängigkeit der jeweiligen Zinshöhe, wählen die Kreditnehmer einen kurzlaufenden Kredit, bei hohen Zinsen und einen längerfristigen Kredit bei niedrigen Zinsen, um sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen. Jeder Anschlusskredit hat einzig und allein das Ziel, für die reibungslose Abbezahlung des ursprünglich geschlossenen Erstvertrags zu sorgen.
Der Kreditnehmer kann zu jedem Ende eines Kreditzeitraumes den Kreditmarkt prüfen und theoretisch auch zu einer anderen Bank und damit einem anderen, in der Regel günstigeren Kreditgeber zu wechseln.
