Gesundheitskredite sind relativ neuartige Kreditprodukte, die als Finanzierungshilfe dienen bei Behandlungen, die von den Krankenkassen nicht als notwendig angesehen und daher auch nicht bezahlt werden. Während zu Beginn der Einführung auf dem Markt vor allem die Zahnsanierung im Mittelpunkt der Finanzierung stand, sind es heute Schönheitsoperationen wie zum Beispiel Nasenkorrekturen oder Brustvergrößerungen.
Ärzte oder Schönheitskliniken vermitteln die Gesundheitskredite und erhalten von der Kredit gebenden Bank eine Vermittlungsgebühr. Die Patientin kann sich vertrauensvoll an ihren Arzt wenden, um einen Gesundheitskredit zu beantragen und muss dazu nicht mit ihrer Hausbank in Verbindung treten, was oftmals als peinlich empfunden wird. Neben Schönheitsoperationen sind unter anderem auch Check-Ups, die von der Kasse nicht übernommen werden, Augen-Laserbehandlungen, Hörgeräteakustik, Gebisssanierungen oder künstliche Befruchtungen Bereiche, für die ein Gesundheitskredit infrage kommt.
Vor allem die Unternehmen Medipay und Readybank sind auf dem Gebiet der Gesundheitskredite in Deutschland sehr aktiv. Medipay vermittelt dabei die Kredite, während die Readybank das benötigte Kapital zur Verfügung stellt. Doch auch andere Kreditinstitute bieten in letzter Zeit verstärkt Gesundheitskredite an.
Viele Menschen leiden insbesondere psychisch unter Körpermerkmalen, die dem allgemeinen Schönheitsideal nicht entsprechen. Die Krankenkassen weigern sich jedoch, medizinisch nicht notwendige Eingriffe zu bezahlen. Wer nicht über ausreichend Eigenkapital verfügt, um eine Schönheitsoperation oder eine Gebisssanierung vornehmen zu lassen, bekommt mit dem Gesundheitskredit eine Möglichkeit, sich doch noch behandeln zu lassen.
